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Justyna Fritzsche und Morgane Bannöhr
Un-Kraut des Monats Juli: Dost (Origanum vulgare)

Oregano und Majoran sind als Küchenkräuter bekannt, doch nur wenige wissen, dass es auch eine wildwachsende Art bei uns gibt: den Dost. Wenn wir nun auf nicht gemähte Wiesen gehen, werden wir ihn dort finden, wo sich viele Schmetterlinge und Bienen aufhalten, sie lieben seinen Nektar. Mit seinen rötlich-rosa Blüten fällt er schon von weitem auf.
Da seine eigentliche Heimat der Mittelmeerraum ist, wächst die Pflanze bevorzugt auf mageren, trockenen Böden. Sie siedelt sich auch gerne im Garten an und verbreitet sich dort.
Im Mittelalter war Dost unter den Namen Dorant, Dosten oder Wohlgemut bekannt. Er enthält viele ätherische Öle, die ihn so appetitlich riechen lassen und lässt sich gut für Sträuße verwenden, auch trockene. Sein Duft trägt zur guten Laune bei. Früher mischte man Dost unter das Essen, um schwer arbeitende Menschen bei Laune zu halten, denn fröhliche Menschen arbeiten bereitwilliger und schneller.
Hexen sollte er abwehrend und so hat er auch einen festen Platz im Kräuterbüschel, der im August geweiht wird. Hebammen, Bräute und auch Neugeborene trugen Dost als Amulett bei sich.
Diese Bräuche sind gar nicht so abwegig, denn ätherische Öle wirken antiseptisch. Früher glaubte man, Krankheiten kämen durch Verhexungen. Weiterhin regt Dost den Stoffwechsel an, vertreibt Blähungen, ist schleimlösend, auswurffördernd und appetitanregend. Am ehesten verwendet man den Tee bei Husten und Entzündungen im Mund- und Rachenraum.
Aber was wäre eine Pizza ohne unseren Oregano? Wurst, Fleisch, Soßen, Gemüse, vor allem Tomaten, Fisch, Kartoffeln und sogar Fruchtsalate erhalten durch Dost ein besonderes Aroma. Zum Trocknen erntet man die Pflanze am besten gerade erblühend, trocken und zur Mittagszeit. Dann ist der Geschmack am besten. Es eignet sich ein schattiger, luftiger Platz, evtl. eine Scheune oder Dachboden. Danach abrebeln und in fest verschließbaren, lichtundurchlässigen Behältern lagern.
(Text und Foto: Morgane Bannöhr)